Herbstreise #8 – Potsdam

  1. Oktober Waschhaus Potsdam

 

Der Morgen in Rostock war hauptsächlich geprägt von „Ich will noch nicht aufstehen!“ und „Rauchen? Rauchen!“. Dass wir unsere Fahrt nach Rostock verpasst haben, lag bestimmt nicht daran, dass wir uns absolut mit Annemie verquatscht haben und deswegen zu spät losgelaufen sind. Nein, nein. Aber zum Glück sind wir Reiseprofis wie sie im Buche stehen und haben tatsächlich noch eine Fahrt nach Potsdam organisiert bekommen, die aufregender nicht hätte sein können. „Auf der linken Seite sehen sie eine Wiese in MeckPomm. Auf der rechten Seite sehen Sie ebenfalls eine Wiese in MeckPomm.“ Musikalisch untermalt wurdet dieses Abenteuer von Andreas Bourani und diversen anderen Radio-Helden. Na, wenn das nicht der Höhepunkt dieser Tour war.

Angekommen am Berliner Stadtrand ging es dann weiter nach Treptow zur lieben Mara, die uns unter ihre Fittiche genommen hat. Danke dafür und liebe Grüße an Kirmes und Möbelhaus!

Die Fahrt in die Metropole Potsdam hat sich als kleine Weltreise herausgestellt, erstaunlicherweise haben wir es allerdings doch zum Club geschafft und tatsächlich noch einiges von ashes of pompeii mitbekommen, obwohl wir dachten, wir kämen dafür zu spät.
Das Publikum im Waschhaus hat sich schnell als sehr betrunken und höchst energiegeladen herausgestellt, was eine gute Kombination sein kann, aber nicht immer ist. Dass wir noch gesunde Füße haben, bei der Anzahl an Menschen, die uns auf eben diese gesprungen sind, ist eigentlich ein Wunder. Aber nun gut, es soll ja nicht nur gemeckert werden.

Okay, eigentlich schon. Wenn schon beim ersten Song während einer Show geschrien wird „Lauter! Lauter!“ dann finde ich das scheiße, weil es die Atmosphäre kaputt macht. Wenn mir ein und dieselbe Person während einer Show circa achtzehnmal auf den Fuß tritt, finde ich das auch scheiße. Wenn Leute aus dem Pit durch den kompletten Raum laufen und Leute sinnlos herumschubsen finde ich das ebenfalls scheiße.

Aber okay. Äußerst spannend an diesem Abend war noch, wie so ein Freitagabend in Potsdam abläuft, denn es ist wirklich nichts los! Nichts! Dementsprechend wurden wir auch mal wieder ziemlich früh aus dem Club gebeten – liebe Securities, nennt uns bitte nicht einfach „Mädels“. Danke.
Man könnte an dieser Stelle jetzt feministisch analysieren, warum der Ausdruck „Mädels“ scheiße ist, aber eigentlich sollte das doch klar sein, hm? Verkindlichend, verniedlichend, degradierend. Muss nicht sein, ist kacke.
Zum Abschluss nun aber mal etwas Positives: Es ist schön zu sehen, dass die Menschen auf der Bühne unfassbar viel Spaß dabei haben, was sie tun. Dass man als Zuschauer*in eines Konzertes das Gefühl hat, dass das, was da passiert absolut wertgeschätzt wird, erfüllt einen mit Freude. Fjort sagen oft danke, aber eigentlich kann man dieses „Danke“ für die ganzen tollen Shows und das Drumherum mindestens genauso stark zurückgeben.

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Herbstreise #7 – Rostock

 

27.10.2016 Peter-Weiss-Haus Rostock

 

Wenn man zehn Minuten zu spät an der Bushaltestelle ankommt und es erst eine halbe Stunde später bemerkt, ist das ganz schön blöd. Zumindest haben Jenni und ich das so erlebt. Aber zum Glück sind wir ja verdammt reich und sind mit dem Zug über Hamburg (mitsamt Lust auf Frittiertes) nach Rostock getingelt. Das war noch ein bisschen schlimmer, als die Busfahrt von Bielefeld nach Bremen, aber das lag vor allem daran, dass wir fast zweieinhalb Stunden auf Nikotinentzug waren – ich empfinde immer noch etwas Mitleid für unsere Mitreisenden.

Irgendwann waren wir dann aber auch in Rostock angekommen und – wir waren beide noch nie dort – es ist verdammt schön! Es ist sogar noch um einiges schöner, wenn man gerade aus Bremen kommt und dort nur die Gegend um den Hauptbahnhof herum gesehen hat.

Mit Lokalbier haben wir noch ein bisschen Zeit an irgendeinem Markt totgeschlagen, bevor wir uns erst einmal auf den Weg zu unserem Schlafplatz gemacht haben – noch einmal Danke an dieser Stelle an die süße Annemie!

Nach kurzem Aufenthalt ging es dann auch in Richtung Peter-Weiss-Haus, wo ich zuvor noch den größten (und womöglich besten) Gemüsedöner der Welt erstehen konnte – Teile davon schlummern immer noch in meinem Jutebeutel. Zum Glück bietet das Peter-Weiss-Haus Pfeffi an, um die ganze Zwiebel zumindest annähernd zu neutralisieren. Dementsprechend angetüddelt waren wir demnach vielleicht auch.

Dafür war aber auch der Club wunderbar! Hatte zwar irgendwie den Anschein von Festhalle, aber es hat doch irgendwie gepasst. Auch dass es bei weitem nicht voll war, hat dem ganzen nicht geschadet und vermutlich wiederhole ich mich immer wieder, aber die Show war exorbitant emotional. Auch, wenn auf Bernd Stromberg getreten wurde (der Arme!).

 

Dass heute eventuell schon wieder ein Bus verpasst wurde, gibt es vielleicht morgen in sehr aufregend ausgeschmückten Worten hier zu lesen.

Herbstreise #6 – Bremen

Da unsere Zeit in Bremen ein reines Desaster war, kommt der Bericht hierzu mit einem Tag Verspätung. Das wird hoffentlich verziehen.

 

Begonnen hat der Höllentrip mit der Fahrt von Bielefeld nach Bremen. Alles daran war schlimm, besonders der Geruch. Ich möchte darauf eigentlich nicht näher eingehen, aber eins sei gesagt: Tut Menschen den Gefallen und verrichtet euer großes Geschäft bitte nicht in Bussen. Es sei denn, ihr wollt, dass allen die Nase abfällt. Und die Augen brennen, als würden sie gleich rausfallen.

 

Nach unserer Ankunft in der Hansestadt, haben wir uns auf den Weg zu unserem Schlafplatz gemacht, der direkt zwischen zwei Erotikbars lag, aber auch nur wenige Fußminuten vom Tower entfernt. Zwielichtige Gegend, aber gut. Das kennt man ja aus Frankfurt. Außerdem waren wir mehr als euphorisch darüber, doch noch einen Schlafplatz gefunden zu haben und die Nacht nicht am Hauptbahnhof, auf den nächsten Morgen wartend verbringen mussten.

Das Konzert im Tower war kurz gesagt sehr prima. Trotz der verspäteten Ankunft haben wir es geschafft, dieses Mal noch einmal ashes of pompeii zu sehen. Die Band gefällt mir von Mal zu Mal besser und das ist ganz schön gut so.

Und auch sonst war es wie immer laut und die Sicht eingeschränkt – ich kenne es nicht anders aus dem Tower, den ich tatsächlich schon öfter besucht habe, als den Club in der Stadt, in der ich wohne. Das muss dringend demnächst geändert werden.

Alles was danach passierte hatte mit viel Euphorie aufgrund von Pizza und einem verpassten Fernbus nach Rostock zutun. Aber dazu im Beitrag zum Konzert in Rostock mehr.

Herbstreise #5 – Bielefeld

  1. Oktober, Forum Bielefeld

 

[Jennifer:]

Von einer Katze wach gemacht zu werden, die erst wie wild durch die Wohnung rennt und einen dann anstarrt, als würde sie einen töten wollen, ist immer wieder schön. Besonders wenn diese Katze Herr Miez aka Kuzco von der lieben Laura ist. Feststellung: Der Kater ist genauso bekloppt wie wir und hat definitiv nur „Papier im Kopf“.
Nicole ist drei Stunden nach mir auch endlich mal wach geworden und hat direkt nach Kaffee geschrien. Dass wir die Kaffeemaschine erst noch hätten studieren müssen, damit wir unserer Koffeinsucht nachkommen können, hätten wir nicht gedacht. Aber wir haben es geschafft. Dafür bitte an dieser Stelle einen tosenden Applaus. Danke.

 

Die Fahrt von Duisburg nach Bielefeld war ein wahres Abenteuer. Mit fast 40 Minuten Verspätung sind wir jedoch tatsächlich angekommen, nachdem wir kurz davor waren, sämtliche Menschen um uns herum zu eliminieren. Vielleicht wären wir aber auch fast an Nikotinentzug gestorben – es fühlte sich jedenfalls sehr danach an. Uff.

 

[Nicole:]

Praktischerweise liegt das Forum aber beinahe direkt neben dem Hauptbahnhof und wir kamen mal wieder gerade so pünktlich an, nachdem unsere Nikotinbedürfnisse endlich gestillt waren. Dafür aber leider ashes of pompeei schon wieder verpasst.

Während der Show so ziemlich die schlimmste Kombination an Menschen vor mir stehen gehabt. Einer hat konstant Luftschlagzeug gespielt, wieder ein anderer ist ungefähr dreimal zur Bar gerannt und wieder zurückgekommen. In regelmäßigen Abständen sind Menschen an meinem Jutebeutel hängengeblieben und zum krönenden Abschluss – also den Zugaben – wurde noch jemand anders während den Songs massiert. Und alles was mir dazu einfällt ist: WARUM?

Ganz davon abgesehen hatte ein Drittel der Band wieder eine bessere Stimme, als noch am Tag zuvor, wir wurden nicht nach draußen gestarrt und sind in freudiger Erwartung auf das heutige Konzert in Bremen, auch wenn wir befürchten, heute Nacht auf der Straße schlafen zu müssen.

Herbstreise #4 – Dortmund

  1. Oktober, Dortmund FZW

Nachdem wir uns am Morgen erstmal davon erholen mussten, was uns am Vortag zugestoßen ist, haben wir uns am Abend endlich auf den Weg von Bonn nach Dortmund gemacht. Leider zu spät, um ashes of pompeii noch sehen zu können. Zum Glück waren sie allerdings nicht das letzte Mal Support Act auf dieser Tour.

Der kleine Raum des FZW war gar nicht mal so voll, wie man es auf Grund von „ausverkauft“ hätte erwarten können. Das kam der Stimmung aber nicht zum Nachteil, denn bereits beim ersten Song hat sich ein schwitzender Pit aus Menschen gebildet.

Außerdem hat es in Dortmund im Gegensatz zu Bonn mal gerauscht und nicht gepiept. Das war ungefähr so:

D: Oh, ich rausche!
P(ublikum): Ne, dann geh ich jetzt!
C: Möchte noch jemand gehen?
D: Es rauscht, das ist ja unzumutbar!

Obwohl die komplette Show in der Regel sehr ans Herz geht, ist es auch einmal schön, Band und Publikum auf einer anderen Ebene miteinander agieren und lachen zu sehen. Trotz dessen war das gestern eine sehr emotionale Show und wenn man es erwähnt haben möchte, besonders für einen Montag – aber wir kennen sowieso keine Wochentage mehr. Und das war erst Tag 4 – na toll.

Vielleicht könnte man meinen, dass es ziemlich bekloppt ist, jeden Tag auf ein Konzert der gleichen Band zu gehen, aber das ganze Drumherum lässt jeden Abend anders sein. Das ist das Schöne an dem ganzen Tourding. Endlich wieder Menschen treffen können, die man seit viel zu langer Zeit nicht mehr gesehen hat. Miteinander Bier trinken und sich fast weinend in den Armen liegen, weil alles so schrecklich toll ist, macht das Reisen immer wieder zu einem Erlebnis. (Liebe an dieser Stelle an die schöne Vivi von der Visions!)

Herbstreise #3 – Bonn

23.10.2016 – Bonn, BLA

Gestern spielten Fjørt im exorbitant großen BLA in Bonn. Das war kurz zusammengefasst sehr warm, teilweise eng und wunderbar – naja, bis unvorhersehbare Dinge passierten, aber dazu später mehr.

Zu ashes of pompeei hielt ich es noch für eine gute Idee, relativ weit vorne zu stehen, um zumindest von einer Seite nicht eingequetscht zu werden. Leider war der Gesang da gerade bei der Vorband weniger gut zu verstehen, aber das liegt vielleicht auch daran, dass ich das noch nicht so gut kenne. Oder an dem konstanten Rauschen auf den Ohren seit Freitag. Ich weiß es doch auch nicht.

Bei Fjørt musste ich dann feststellen, dass ich den Großteil der Show ein bisschen Angst um meinen Kopf haben musste. Oder davor, dass mein Kopf den Bass trifft, oder einen anderen Kopf – es war spannend, blieb aber alles heile.

Sowieso werde ich mich wohl für immer fragen müssen, wie das alles auf so einer kleinen Bühne passieren konnte.

Trotzdem war das Konzert ganz wunderbar, gerade weil es so klein und voll und warm war („Ist die Heizung noch an?“).

Alles was danach passiert ist, ist irgendwie schlimm. Also, diesmal wirklich schlimm. Kurz gesagt haben wir ein Interview gegeben – warum auch immer – und das schlimmste daran ist, dass wir es niemals zu lesen bekommen werden, weil wir alle keinen Schimmer mehr haben, wie das das Online Magazine oder der Blog eigentlich hieß. Ganz, ganz toll.

Herbstreise #2 – Aachen

22.10.2016, Aachen Musikbunker

Uff. Gestern stand das diestourige Heimspiel in Aachen an. Dementsprechend familiär war die Atmosphäre im Publikum. Die Menschen waren laut, euphorisch und hatten einfach Bock im Sack, die Band aus der Heimat live zu sehen.

Oder auch nicht zu sehen. Die Sicht war für keine von uns wirklich günstig, aber zum Glück kommt es auch mehr auf die Musik an und die war wie immer. Laut, krachig und wunderschön. Damit sollte alles gesagt sein.

Der Musikbunker ist für uns alle eine kleine Herzensangelegenheit geworden, nachdem wir in den letzten Monaten einige Konzerte und Parties, dort erlebt haben, mit Menschen, die uns immer wieder zum Lächeln bingen, wenn wir an gemeinsame Momente denken. (Grüße an Daniela und den Melonenpflücker!)

Geheimer Headliner des Abends war für Nicole und Jenni die große Rutsche vorm Eingang des Musikbunkers. Voller Euphorie und Bier sind die beiden den Berg hochgeschlurft, um dann während der Rutschpartie festzustellen, dass sie nicht nach unten kamen, ohne sich vorzuhieven. Geil, schön. Das war aufregend.

Morgen dann der Bericht aus dem vermutlich viel zu vollen BLA in Bonn. Wir haben alle jetzt schon Angst.